Nach der Wahl stand die graphologische Deutung der Unterschriften der Koalitionäre bemerkenswert im Kurs. So zeigt z.B. die Süddeutsche die Unterschriften von Steve Jobs, Christiano Ronaldo, Miley Cyrus, Johnny Depp, schließlich von Saskia Esken, Angelika Merkel und Olaf Scholz, letztere wird kurz analysiert. Oder, die Berliner Morgenpost. Sie lässt die Unterschriften von Robert Habeck, Christian Lindner und Olaf Scholz kurz deuten. Auch in z.B. der WAZ, dem Münchner Merkur oder bei focus finden sich Artikel.

Eine Unterschrift ist wenig an Schriftprobe, zumal, wenn anzunehmen ist, dass sie von der Schreibschrift abweicht, was eine graphologische Auswertung jedoch nicht ausschließt. Sie belegt Identität, das ist ihre rechtliche Funktion, ob leserlich oder nicht, hat keine Bedeutung. Sie ist zudem Selbstdarstellung gegenüber dem Du, das ist die soziale Funktion, ob leserlich oder nicht, hat nun Bedeutung.

„Zu den Scholz`chen Kringeln …: „Der hat schon sehr viel unterschrieben, wie man sieht, er hat eine staatsmännische Unterschrift … Man erkennt, der ist am Ziel. Die Linie hüpft weg vom Blatt, jetzt ist er da, wo er sein will. Da ist kein Druck mehr, da ist Erleichterung … Ich glaube, Olaf Scholz´Belastbarkeit ist nicht sehr groß … Anders als bei Merkel. Sie interessiert sich auch für Details. Scholz denkt über die Dinge hinweg, er ist Generalist“, so die Grafologin Katarina Rehm“ (Süddeutsche im Dez 2021).

„Die Unterschrift vom SPD-Mann Scholz zeichne sich dadurch aus, dass er sich „konzentriert“ um seine wesentlichen Aufgaben kümmere  … „Die nicht so notwendigen Aufgaben überlässt er lieber seinen Mitarbeitern.“ Von Natur aus sei der gebürtige Hamburger eher gradlinig und wenig emphatisch. Das bedeutet aber nicht, dass er „nicht gefühlsbetont“ sei. Privat wie auch beruflich bleibe sich Scholz stets treu, so der Grafologe Werner von Kiedrowski“(Berliner Morgenpost im Dez 2021).

Die Unterschrift von Olaf Scholz besteht offenbar aus den Buchstaben „O“, „l“ und „f“ und der Buchstabenkette „Sch“. Die Majuskeln „O“ und „S“ haben jeweils keine Verbindung zu den übrigen Buchstaben. Darin zeigt sich ein hohes Abstraktionsvermögen, was aber einhergeht mit fehlender Lesbarkeit. So gesehen dürfte es daher zutreffen, dass ein Interesse daran, erkannt und verständlich zu sein, Klarheit zu leben, zumindest aus seiner Funktion heraus im Verhältnis zur Öffentlichkeit, nicht so ausgeprägt besteht, eine gewisse Intransparenz dort also ständiger Begleiter ist.

Olaf Scholz – Handschrift

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