Kritik an der Graphologie richtet sich häufig und dabei meistens unausgesprochen auf den Graphologen selbst. Fehler auf der Ebene der Anwendung aber sind natürlich kein Argument gegen eine Methode.

Die Graphologie ist ein Instrument der Persönlichkeitsdiagnostik. Sie reiht sich ein in eine Vielzahl anderer Methoden wie etwa psychologische Tests, Arbeitsproben, Fragebögen, Interviews, die Analyse von Bewerbungsunterlagen oder das Assessment Center. 

Die Eignung des einen oder anderen Instrumentes wird vor allem über Validität beurteilt, über die Genauigkeit, mit der ein Merkmal tatsächlich das erfasst, was erfasst werden soll. Eine höhere Validität bedeutet, dass die Aussage einer Methode eine entsprechend höhere Sicherheit hat, an der Wirklichkeit nicht zu scheitern. Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass zB Arbeitsproben eine hohe, graphologische Analysen eine niedrige bis Nullvalidität aufweisen.

Validität eignet sich allerdings nur sehr begrenzt als vergleichendes Kriterium, da sich die Methoden in ihrer Art schon unterscheiden. Vor allem aber geht es um die zugrundeliegende Fragestellung. Über zB eine Arbeitsprobe – hohe Validität – können social-skills wie etwa “kognitive Impulsivität”, “innere Ruhe” oder “Frustrationstoleranz”, sie sind ohnehin nur über Konstrukte testzugänglich, kaum erfasst werden. Ebenso problematisch ist es, wenn der Graphologie – niedrige Validität – die Frage gestellt wird, ob ein Schrifturheber zu “Unpünktlichkeit” neigt oder eine “kriminelle Haltung” in sich trägt. Wird also eine Frage gestellt, für die eine Methode nicht hinreichend geeignet ist, dann erhält die Methode gemessen an dieser Frage schlüssig eine geringe Validität.

Interessant im Zusammenhang zur Kritik an der Graphologie ist, dass einer computergestützten Analyse der Handschrift Zukunft eingeräumt wird.  

Graphologie in der Kritik
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