“Wir werden Dich vermissen”, so tituliert “quer” des Bayerischen Rundfunks einen seiner Beiträge am 16. Februar 2012 um 20.15 Uhr über den Plan, an den Schulen keine Schreibschrift mehr lehren zu wollen, und die Tatsache, dass zunehmend über SMS und Email kommuniziert wird. Der Beitrag bringt es dann auf einen speziellen Punkt: wir schreiben weniger.

Setzt sich die Idee durch, dann bedeutet das zunächst nur, dass die Schreibvorlagen, die an der Schule vermittelt werden, um die Schreibschrift verringert. Die Folge muss nicht sein, dass Schreibschrift verschwindet. Denn es gibt einen natürlichen Impuls, also wird der Einzelne auch ohne vermitteltes Wissen um eine Schreibschrift sich eine solche aneignen, der Eine mehr, der Andere weniger. 

Qualitativ betrachtet macht es aber doch einen Unterschied, ob handschriftlich allein eine Wiedergabe genormter Zeichen oder eine Gestaltung von Zeichen nach einem Vorbild erfolgt. Zum einen setzt Gestaltung anspruchsvollere und vielschichtigere Prozesse voraus, zum Anderen gibt das Normzeichen – streng betrachtet – keinen Raum für individuellen Ausdruck. Bedingt Individualität das Schriftbild und Schriftbild widerum die Individualität, dann führt die Verwendung einer Normschrift zu Verlust an Individualität, dann beeinflusst Normschrift unser Denken, unsere Kommunikation und unser Sozialverhalten.

 

quer – das Ende der Handschrift
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