Zwei Artikel sind hierzu aktuell, “Bitte ein Autogramm” von Christoph Cadenbach im Magazin der Süddeutschen Zeitung (Nummer 13, März 2018) und “Wir verlernen die Handschrift” von Lara Malberger auf ZEIT ONLINE (wissen/2018-04/schreiben-handschrift-digitalisierung-hirnforschung).

In dem erstgenannten Artikel geht es vorrangig um die Unterschrift und ihre Bedeutung im Alltagsleben. Diese Bedeutung ist primär eine juristische, und zwar auf der Grundlage, dass eine Unterschrift persönlicher Ausdruck des Schreibers/der Schreiberin und unverwechselbar ist.  Eine “>formgültige Unterschrift< liege nur vor, wenn der Schriftzug individuell sei und sich als Wiedergabe eines Namens darstelle.” Der BGH stellt zudem fest, dass eine Unterschrift auch den Familiennamen beinhalten muss.

In dem zweitgenannten Artikel geht es um die Frage, welche Bedeutung es hat, dass immer weniger mit der Hand geschrieben und – implizite – um die Frage, was wohl ist, wenn das Schreiben mit der Hand überhaupt nicht mehr erlernt wird. Hintergrund bildet die Sorge der Bildungsforscher (zB Marquardt et al, 2016), wonach das Erlernen des Schreibens Schülerinnen (weniger)/Schülern (mehr) und konzentriertes längeres Schreiben zunehmend schwer fällt.

Aus Sicht der Graphologie kann nur bestätigt werden, dass es einen hochkomplexen kognitiven Zusammenhang von Schreibenkönnen und Schreiben zu Sprachvermögen, Wortschatz und Sozialverhalten gibt.

Das “digitale Schreiben” gehört zu unserer Zeit, es wird bleiben und mehr werden. Ob und wie das den Menschen verändert, ist noch wage. Fest aber steht schon, dass Analphabetismus Sorge bereitet und ein Zuviel an digitaler Kommunikation (Konsumption) Zeit und Energie kostet mit der Folge, dass soziale Kompetenz, übrige persönliche Entwicklung, Lebensqualität und Lebenserfolg beeinflusst sind.

Bedeutung der Handschrift

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